Adipositas – Hilfe durch Chirurgie?
Extremer Leidensdruck und ein Body Mass Index
(Körpergewichts-Körpergröße-Index) über 40 kg/m² lassen auch einen chirurgischen
Eingriff empfehlenswert erscheinen.
Adipositas wird von der WHO als eigenes Krankheitsbild mit gesteigerter
Morbidität (Begleiterkrankungen) und Mortalität (Sterblichkeit), das nicht
zuletzt wegen der ständig steigenden Anzahl an Betroffenen an Bedeutung gewinnt,
anerkannt.
Chirurgische Eingriffe zur Adipositasbehandlung stellen, aufgrund bescheidener konservativer Behandlungserfolge in Gewichtsreduktion und deren Erhaltung (Lantz 2003, Ross 2000, Torgerson 1997, Haddock 2002), die effektivste Form der Langzeitbehandlung dar (Anderson 1984, Buchwald 2002, McTigue 2003, Steinbrook 2004,).
Operative Behandlungsmethoden sind erfolgreich in der Behandlung und Vorsorge lebensbedrohender Komplikationen sowie schwerer degenerativer Probleme der krankhaften Fettleibigkeit und erhöhen Lebensdauer sowie Lebensqualität extrem übergewichtiger Personen. (Christou 2004, Miller 2002, Mathus-Vliegen 2004). In einer jüngst erschienenen Studie (6700 Patienten) läßt sich eine 10-fach höhere Sterblichkeit in der unbehandelten Patientengruppe gegenüber der chirurgisch behandelten Gruppe in 5 Jahren nachweisen (Christou 2004). Die direkten Gesundheitsausgaben der nicht operierten Vergleichsgruppe sind in 5 Jahren um 45% höher.
Adipositaschirurgische Maßnahmen sind keine Ursachenbekämpfung zur Behandlung von Adipositas. Adipositaschirurgie bedeutet je nach Verfahrenswahl einen mehr oder minder großen invasiven bauchchirurgischen Eingriff mit entsprechenden Risiken sowie anatomischen und physiologischen Veränderungen am Magen-Darmtrakt. Multidisziplinäre Therapieansätze erhöhen die Patientensicherheit und den postoperativen Erfolg. Nur die Kombination Ernährungsumstellung und körperliche Bewegung sind zielführend.
Die Fettabsaugung (Liposuktion) stellt keine effektive Behandlung der Adipositas zur Reduktion der Begleiterkrankungen oder zur signifikanten dauerhaften Gewichtsreduktion dar (Klein 2004).
Adipositas (Fettleibigkeit) ist eine chronische lebenslange Erkrankung mit zahlreichen Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes mellitus Typ II und Gefäßerkrankungen.
Die chirurgische Abteilung im Krankenhaus Hallein (Vorstand Univ. Doz. Dr. Karl Miller) ist ein Kompetenzzentrum. Vier verschiedene Operationstechniken werden durch minimalinvasive Techniken angeboten. Die chirurgische Abteilung in Hallein gilt als Ausbildungszentrum der internationalen Fachgesellschaft seit 1998, der chirurgische Leiter ist im Vorstand der internationalen Fachgesellschaft, Mitherausgeber der Fachzeitschrift Obesity Surgery (Topjournal), Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Adipositaschirurgie und im Vorstand der Salzburg Obesity Academy (Qualitätsnetzwerk Übergewicht). Die chirurgische Abteilung operierte 2003 und 2004 österreichweit die meisten Eingriffe auf diesem Gebiet*.
*Beilage: Ott N. Trendanalyse der Adipositaschirurgie in Österreich. European Surgery 2005; 37: 113