Informationen zur Behandlung des krankhaften Uebergewichts (Morbide Adipositas)

mit dem verstellbaren Magenband


Prim. Univ. Doz. Dr. Karl Miller 

Chirurgie@kh-hallein.at

Chirurgische Abteilung, Krankenhaus Hallein, Buergermeisterstr. 34, A-4500 Hallein

Tel.: ++43 - 6245-799-360

Fax: ++43 - 6245-799-361

 

 
 Einleitung
 Übergewicht, Adipositas und krankhafte Adipositas
 Wie entsteht Adipositas bzw. krankhafte Adipositas
 Risiken bei Adipositas und insbesondere bei krankhafter Adipositas
 Was kann man gegen krankhafte Adipositas tun?
 Chirurgische Eingriffe zur Verkürzung und/oder Reduzierung des Verdauungstraktes
 Das verstellbare Magenband-System
 Wer kommt für das verstellbare Magenband-System in Frage?
 Die Operation
 Die Risiken der Operation
 E ssen und Trinken nach der Operation
 Häufig gestellte Fragen
 Wichtige Regeln
 Richtlinien für die Ernährung
 Aussagen von Ärzten
 Aussagen von Patienten
 BMI-Berechnung (neu)
 Schlussbemerkung
 Homepage
 Selbsthilfegruppen

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Einleitung    

Millionen von Menschen auf der ganzen Welt versuchen mit wechselndem Erfolg, ihr Gewicht zu reduzieren oder zu halten. Trotz des zunehmenden Bewußtseins für das Thema Übergewicht gibt es immer mehr Menschen mit ernstzunehmendem Übergewicht. Dabei ist die steigende Zahl übergewichtiger Kinder besonders besorgniserregend. Starkes Übergewicht oder ausgeprägte Adipositas sind für die Gesundheit abträglich, weil diese Zustände zu körperlichen Beschwerden und Krankheiten, wie beispielsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), führen können. Darüber hinaus hat Übergewicht auch psychische Folgen, wie z.B. ein negatives Selbstbild. Extreme Adipositas kann zur sozialen Isolation führen.

Sie kennen sicherlich schon das beste Mittel gegen Übergewicht: weniger essen und vor allem vernünftiger essen, damit mehr Energie verbraucht wird, als man zu sich nimmt, und somit Fettreserven verbrannt werden. Wahrscheinlich haben Sie das auch schon mehrmals ausprobiert, vielleicht sogar mit einigem Erfolg. Aber sicherlich haben Sie auch festgestellt, daß die meisten Methoden zum Abnehmen zwar kurzfristig tatsächlich erfolgreich sind, man aber nach kurzer Zeit schon wieder sein altes Gewicht erreicht hat oder möglicherweise sogar mehr wiegt als vorher. Selbst Appetitzügler führen meistens nicht zu einem bleibenden Gewichtsverlust. Sie haben bereits alles Erdenkliche probiert, nur um letzten Endes feststellen zu müssen, daß Sie mit keiner dieser Methoden eine bleibende Gewichtsreduzierung erreichen? Dann bleibt Ihnen vielleicht als letzte Möglichkeit für einen permanenten Gewichtsverlust eine Operation zur Reduzierung der Größe der Kapazität des Magens. In dieser Broschüre finden Sie alle Informationen über diese chirurgische Möglichkeit: die Behandlung der krankhaften Adipositas mit Hilfe des verstellbaren Magenband-Systems.

   

Was ist das verstellbare Magenband-System?     

Das verstellbaren Magenband-Systems ist ein verstellbares Magenband, das durch einen operativen Eingriff um den Magen gelegt wird und so die Kapazität des Magens verringert. Dadurch kann der Magen weniger Nahrung aufnehmen. Wenn weniger Nahrung verzehrt wird, greift der Körper seine eigenen Fettreserven an, um sich mit der notwendigen Energie zu versorgen. Das Resultat ist eine Gewichtsabnahme.

In dieser Broschüre werden die Methode, die Resultate. Risiken sowie die Vor-und Nachteile des verstellbaren Magenband-Systems erläutert. Aber auch Sie müssen hart an sich arbeiten, um ein bleibendes Ergebnis zu erzielen. Das verstellbare Magenband-System unterstützt lediglich die Gewichtsabnahme, es ist kein Wundermittel.

   

Übergewicht, Adipositas und krankhafte Adipositas    

Wie stellt man fest, ob man übergewichtig, adipös oder krankhaft adipös ist? Es gibt verschiedene Methoden, mit denen sich eine genaue Definition aufstellen läßt. Am häufigsten wird der Körpermassenindex (KMI) zugezogen. Der Körpermassenindex (oder auch body-mass-index =BMI) ist ein Indikator, der Körpergewicht und Körpergröße in einer Formel vereint und das Ergebnis als Zahl ausdrückt.

Wie sollte der BMI (Body Mass Index) aussehen?

Der ideale Körpermassenindex (BMI) liegt zwischen 20 und 25. Wenn Ihr Körpermassenindex zwischen 25 und 30 liegt, sind Sie übergewichtig. Liegt Ihr BMI über 30, gelten Sie als adipös. Ein KMI über 40 oder über 35 in Verbindung mit einer übergewichtsbedingten Erkrankung, die durch Gewichtsverlust gebessert werden könnte (Hypertonie, Diabetes, röntgenologisch bestätigte Arthritis, Schlafapnoe), weist auf schwere oder krankhafte Adipositas hin und gilt als Indikation für eine Operation.

Allgemein wird davon ausgegangen, daß bei einem Körpermassenindex über 30 ein erhöhtes Risiko für übergewichtsbedingte Gesundheitsprobleme besteht.

Auf den nachfolgenden Seiten finden Sie weitere Einzelheiten über die Ursachen der Adipositas und insbesondere der krankhaften Adipositas, über die sich daraus ergebenden Probleme und die Behandlungsmethoden. Diese Broschüre geht nicht auf mögliche Probleme ein, die sich durch das Übergewicht ergeben können, d.h. im Zusammenhang mit einem KMI zwischen 25 und 30.

   

Wie entsteht Adipositas bzw. krankhafte Adipositas?

Adipositas und krankhafte Adipositas können verschiedene Ursachen haben. In den nachfolgenden Abschnitten werden fünf Hauptursachen beschrieben:

1.Positive Energiebilanz

Ihr Körper braucht Energie, um richtig funktionieren zu können. Er holt sich diese Energie aus der Nahrung. Wenn die aufgenommene Energiemenge der benötigten Energiemenge entspricht, bleibt das Gewicht konstant. Wenn aber mehr Energie aufgenommen wird, als tatsächlich verbraucht wird, bleibt Energie übrig; es liegt also eine positive Energiebilanz vor. Dieser Überschuß lagert sich als Fettgewebe ab, das als Reserve für "spätere Notzeiten" angelegt wird. Wenn diese Fettreserven nicht angegriffen werden, nimmt das Körpergewicht zu. Die Nahrungsmenge, die ein Mensch benötigt, ist individuell sehr verschieden. Es gibt Menschen, die die zugeführte Energie schneller verbrennen als andere.

2. Vererbung

Bei manchen Menschen mit schwerer Adipositas spielen anscheinend auch erbliche Faktoren eine Rolle. Die 1990 von dem kanadischen Wissenschaftler Professor Bouchard durchgeführte Studie ist weiten Kreisen bekannt. Er ließ 12 eineiige Zwillingspaare drei Wochen lang jeden Tag 1000 kcal zusätzlich aufnehmen.

Alle nahmen zu, aber es gab zwischen den verschiedenen Zwillingspaaren enorme Unterschiede, während die Zwillinge untereinander ein identisches Verhalten zeigten. Es gibt zahlreiche Forschungen, die sich mit den genetischen Faktoren befassen, die bei der schweren Adipositas eine Rolle spielen könnten. Die Forscher waren begeistert, als 1994 das für Adipositas verantwortliche Gen bei Mäusen entdeckt wurde. Dieses Gen bildet das Protein Leptin, das zum Sättigungsgefühl beiträgt. Es wurde gezeigt, daß Mäuse mit einem defekten Gen enorme Futtermengen verzehren. Die Freude war allerdings nur von kurzer Dauer, denn beim Menschen sind die Verhältnisse anders. Bei stark adipösen Menschen scheinen keinerlei Anomalien dieses spezifischen Gens vorzuliegen, was bedeutet, daß schwere Adipositas nicht durch ein einzelnes defektes Gen erklärt werden kann. Doch diese Forschungen haben zu neuen Einsichten in eine Vielzahl von Mechanismen geführt, die bei Adipösen wesentlich weniger effektiv funktionieren, beispielsweise Fettverbrennung, Stoffwechsel und Hunger-und Sättigungsgefühl.

3. Stoffwechselstörungen

Stoffwechselstörungen, wie sie beispielsweise durch eine Schilddrüsenunterfunktion verursacht werden, können ebenfalls zu Adipositas oder krankhafter Adipositas führen.

4. Soziale Gewohnheiten

Der zunehmende Wohlstand ist einer der wichtigsten Faktoren für Übergewicht. Er hat einen wesentlichen Einfluß auf unsere Eßgewohnheiten. Eine unausgewogene Ernährung, fettreiche Fast-food-Snacks zwischen den Mahlzeiten, zu große und zu üppige Portionen sowie Erfrischungsgetränke können alle einen negativen Einfluß auf unseren Energiehaushalt ausüben. Darüber hinaus tendieren die meisten Menschen dazu, sich zu wenig zu bewegen.

5. Psychologische Faktoren

Die Eßgewohnheiten vieler Menschen werden auch durch das Umfeld beeinflußt. Man läßt sich durch Geruch und Farbe anregen, mehr zu essen, oder man wird von anderen dazu animiert: "Jetzt sei doch kein Spielverderber, nimm doch ein Stück Kuchen!". Außerdem kann (übermäßiges) Essen nach einer negativen Erfahrung oder in Zeiten der Trauer oder des Stresses vorübergehend Trost spenden. Die Eßorgie nach einer fehlgeschlagenen Diät ist ein allzu bekanntes Phänomen, das einen Übergewichtigen resignieren läßt – "es klappt doch sowieso nie" – und ihn schnell in einen wahren Teufelskreis hineinziehen kann.

   

Risiken bei Adipositas und insbesondere bei krankhafter Adipositas

Gesundheit

Schwere Adipositas kann eine erhebliche Gesundheitsgefahr mit einem erhöhten Risiko für Diabetes, Gelenkprobleme, Bluthochdruck und bestimmte Krebsarten darstellen. Der Cholesterinspiegel ist wahrscheinlich deutlich erhöht, und das Risiko für Gallenblasenprobleme nimmt zu. Es können auch Bronchialbeschwerden auftreten, und die Betroffenen sind stärker gefährdet, an einer koronaren Herzkrankheit zu erkranken. Je größer die Gewichtszunahme, desto höher ist das Risiko für gesundheitliche Probleme. Dasselbe gilt für die Lebenserwartung. Für Menschen mit schwerer Adipositas besteht eine reelle Gefahr, einen vorzeitigen Tod zu erleiden. Adipositas verringert die Mobilität, wobei mehr Bewegung gerade das Richtige für die Betroffenen wäre. Bei Menschen, die bereits an bestimmten Krankheiten, z.B. Diabetes, leiden, kann sich die Krankheit verschlimmern. Schwere Adipositas verringert die Fertilität und damit die Chance auf eine Schwangerschaft. Wenn es zu einer Schwangerschaft kommt, kann es bei der Geburt Probleme geben.

Psychosoziale Folgen

Extrem übergewichtige Menschen haben oft ein negatives Selbstbild, das durch ihr Umfeld in vielen Fällen noch verstärkt wird. Übergewichtige Kinder werden häufig in der Schule gehänselt und haben kaum Freunde. Attraktive Kleidung ist schwer zu finden, und viele öffentliche Einrichtungen berücksichtigen die Probleme von Übergewichtigen nicht. Die Sitze in öffentlichen Verkehrsmitteln sind nicht für Übergewichtige gemacht. Telefonzellen und Autos sind oft zu eng. Für viele übergewichtige Menschen ist es ein Problem, an sportlichen Aktivitäten teilzunehmen. Menschen mit schwerer Adipositas sind außerdem ohnehin von bestimmten Aktivitäten ausgeschlossen, bei denen ein gewisses Maß an Beweglichkeit verlangt wird. Adipöse, und insbesondere krankhaft Adipöse, müssen oft feststellen, daß sie sehr rasch in die soziale Isolation abrutschen können.

Allgemein

Selbst alltägliche Aktivitäten können beschwerlich werden, weil sich rasch Ermüdung oder Atembeschwerden einstellen können. Die Beweglichkeit kann teilweise so stark eingeschränkt sein, daß selbst die persönliche Hygiene darunter zu leiden hat.

   

Was kann man gegen krankhafte Adipositas tun?

Möglichkeiten ohne Operation

Weniger und vernünftiger essen und mehr Bewegung sind die ersten Schritte, die zur Gewichtsreduzierung empfohlen werden. Doch für wirklich übergewichtige Menschen wird dieses Argument wahrscheinlich zu einfach klingen. Diese Erfahrung haben Sie vielleicht selbst schon gemacht: Man hat sich mit großer Mühe an eine Diät gehalten und schon kurz nach einem rigorosen Versuch, das Gewicht zu reduzieren, muß man sich eingestehen, daß man wieder zugenommen hat und oft noch mehr wiegt als vor der Diät. Deshalb beginnt man eventuell eine neue Diät oder probiert eines der sensationellen Nahrungsersatzmittel oder sogar eine "Wunderpille" aus. Es beginnt ein langwieriger Zyklus mit Gewichtsverlust – Zunahme – Gewichtsverlust – Zunahme. Zum Schluß hat der bekannte "Jojo-Effekt" negative Auswirkungen auf den gesamten Stoffwechsel, sodaß das Abnehmen noch schwieriger wird. Wenn es Ihnen nicht gelingt, eine bleibende Gewichtsreduktion zu erzielen, können Sie einen Arzt oder einen Diätetiker zu Rate ziehen. Die Behandlung wird dann wahrscheinlich aus einer Diät in Verbindung mit intensiven Beratungsgesprächen bestehen, die Ihnen helfen sollen, Ihren Lebensstil zu ändern. Dabei spielen sowohl Bewegung als auch Verzicht auf falsche Eßgewohnheiten eine wichtige Rolle. Unterstützend werden unter Umständen bestimmte Arzneimittel verschrieben, die Ihren Appetit zügeln – zumindest vorübergehend.

Hinweis: Man muß berücksichtigen, daß die Erfolgsrate für den Gewichtsverlust durch eine nicht-operative Behandlung extrem niedrig ist.

Operation

Wenn Sie Ihr Übergewicht weder durch Diäten oder Gymnastikprogramme, noch durch andere Methoden loswerden konnten, dann bleibt als einzige Möglichkeit wahrscheinlich nur noch eine Operation zur Reduzierung der Magenkapazität. Man muß dabei allerdings unbedingt wissen, daß auch diese Operation nur dann erfolgreich sein kann, wenn die eigene Grundeinstellung grundsätzlich positiv ist. Mit anderen Worten: auch eine Operation bringt nur dann das gewünschte Resultat, nämlich den langfristigen Gewichtsverlust, wenn Sie wirklich motiviert sind, Ihr Gewicht dauerhaft zu reduzieren.

   

Chirurgische Eingriffe zur Verkürzung und/oder Reduzierung des Verdauungstraktes

Allgemein gibt es zwei Arten von Operationen zur Einschränkung der Nahrungsaufnahme und Resorption der Nahrung im Körper. Verkürzung des Verdauungstraktes: beispielsweise durch eine Magen-Bypass-Operation oder eine Reduzierung des Magenvolumens: beispielsweise

a) durch eine Klammernaht oder

b) verstellbare Magenband-System

1. Verkürzung des Verdauungstraktes

Magen-Bypass-Operation: Bei diesem Verfahren wird der Magen durch eine von Hand gefertigte Naht oder eine Klammernaht verkleinert. Ein tiefer gelegenes Darmstück wird an dem kleinen Reservoir befestigt. Dadurch wird die Nahrungsresorption im Körper eingeschränkt. Resultat: geringere Nährstoffresorption und reduzierte Kalorienaufnahme

2. Reduzierung des Magenvolumens

Klammernaht-Methode: der Magen wird durch eine Klammernaht oder durch eine von Hand gefertigte Naht verkleinert. Resultat: Man kann nicht mehr so viel essen. Verstellbares Magenband-System: die Magenkapazität wird durch Anbringen eines verstellbaren Bandes um den Magen knapp unterhalb der Speiseröhre erheblich reduziert. Auf diese Weise wird die Nahrungsaufnahme eingeschränkt.

Die Vorteile der Reduzierung des Magenvolumens

Durch die Verkleinerung des Magens ist es nicht mehr möglich, so viel zu essen wie vorher. Alle Nahrung gelangt über den Verdauungstrakt in den Körper und stellt ihm auf diese Weise Energie zur Verfügung. Der Verdauungstrakt besteht aus Mund, Speiseröhre, Magen, Dünn-und Dickdarm. Nahrung, die über Mund und Speiseröhre in den Magen gelangt, wird dort vorübergehend gelagert. Der Verdauungsprozeß, der im Mund unter Beteiligung des Speichels beginnt, wird im Magen fortgesetzt.

Enzymhaltige Magensäfte spalten die Nahrung auf, so daß sie über den Blutkreislauf zu anderen Körperstellen transportiert werden kann. Der Vorteil einer reduzierten Magenkapazität liegt auf der Hand: der Magen kann nur wenig Nahrung aufnehmen, so daß sich schon bald ein Sättigungsgefühl einstellt. Diese Maßnahme sollte das Bedürfnis, während des Tages Zwischenmahlzeiten einzunehmen, und die Kapazität für solche Zwischenmahlzeiten verringern. Auf diese Weise kann man sich auf drei kleine Mahlzeiten am Tag beschränken, ohne zwischendurch Hunger zu bekommen. Doch die operative Magenverkleinerung allein reicht nicht aus: man muß auch falsche Eßgewohnheiten ablegen, sparsam mit fettreichen Speisen umgehen und für eine ausreichende Vitamin-und Ballaststoffaufnahme sorgen, denn auch diese Operation ist nur dann erfolgreich, wenn die Motivation stimmt.

Das Einsetzen eines verstellbaren Magenband-Systems ist eine elegante Methode zur Reduzierung des Magenvolumens. Auf den anschließenden Seiten erfahren Sie nähere Einzelheiten dazu.

   

Das verstellbare Magenband-System

Das verstellbare Magenband-System ist eine neuartige chirurgische Behandlungsmöglichkeit zur Erzielung einer drastischen Verringerung des Körpergewichtes. Von allen chirurgischen Verfahren zur Reduzierung der Magenkapazität ist diese Methode das am wenigsten invasive Verfahren mit dem niedrigsten Komplikationsrisiko. Ein großer Vorteil des Bandes liegt darin, daß sein Durchmesser auf die speziellen Bedürfnisse des jeweiligen Patienten eingestellt werden kann. Wenn das Band entfernt werden muß, kann der Magen zu seiner ursprünglichen Form zurückkehren und nimmt seine normale Funktion wieder auf. Deshalb hat sich die Methode der Magenreduzierung mit Hilfe des verstellbaren Magenband-Systems bei den auf dem Gebiet der Adipositasbehandlung tätigen Chirurgen weltweit schnell durchgesetzt.
   

Wie funktioniert das verstellbare Magenband-System?

Das verstellbare Magenband-System ist ein Silikonband, das um den oberen Teil des Magens gelegt wird und die Magenkapazität erheblich einschränkt. Da die Öffnung zum Restmagen und zum Verdauungstrakt verkleinert ist, verläßt die im Magen befindliche Nahrung den Magen langsamer und gelangt auch langsamer in den Darm. Deshalb tritt schon bald ein Sättigungsgefühl ein, das länger anhält. Die Innenseite des Bandes ist auffüllbar mit einer Flüssigkeit (physiologische Kochsalzlösung). Dieser auffüllbare Teil wird von einem Reservoir aus gefüllt, das unter die Haut implantiert wird und über einen Schlauch mit dem Band verbunden ist. Der Chirurg kann die Flüssigkeitsmenge durch Anstechen des Reservoirs mit einer feinen Nadel durch die Haut kontrollieren. Wenn das Band zu eng ist, wird der Chirurg einen Teil der Flüssigkeit entfernen, und wenn das Band zu locker ist und die Operation nicht die gewünschte Wirkung zeigt, kann das Band durch Hinzufügen weiterer Flüssigkeit etwas enger gestellt werden. Das Hinzufügen der Flüssigkeit kann in der Ambulanz erfolgen, so daß keine weitere Operation notwendig ist.

Wie wird das verstellbare Magenband-System eingesetzt?

Das verstellbare Magenband-System wird normalerweise laparoskopisch plaziert. Dabei wird wie folgt vorgegangen: Der Chirurg legt einige kleine Schnitte in der Bauchwand an, durch die Hülsen eingeführt werden. Sie dienen als Einführhilfe für die chirurgischen Instrumente. Eine kleine Kamera, die ebenfalls durch die Hülsen eingeführt wird, trägt dazu bei, daß der Chirurg "sehen" kann. Diese Operationstechnik gilt als patientenfreundlich. Eine Operation dieser Art ist postoperativ mit wesentlich weniger Schmerzen verbunden, als eine sogenannte "offene" Operation, bei der ein größerer Bauchwandschnitt ausgeführt werden muß. Außerdem erholt sich der Patient von der Operation meist schneller und kann schon nach wenigen Tagen wieder seinen normalen Aktivitäten nachgehen. Natürlich können sich sowohl der Patient als auch der Chirurg aus verschiedenen Gründen dafür entscheiden, das verstellbare Magenband-System über einen größeren Bauchschnitt einzusetzen, anstatt das laparoskopische Verfahren zu wählen. Sie sollten mit dem Chirurgen über die für Sie am besten geeigneten Möglichkeiten sprechen.

Das Ziel des verstellbaren Magenband-Systems

Das verstellbare Magenband-System kann bei der Lösung der verschiedenen Probleme helfen, die als Folge schwerer Adipositas auftreten können. Mit dem verstellbare Magenband-System fühlt man sich schon nach kurzer Zeit gesättigt, so daß das Eßbedürfnis abnimmt. Allerdings ist dabei zu bedenken, daß das verstellbare Magenband-System das eigentliche Problem der schweren Adipositas nicht beseitigen kann, und es ist auch keine Garantie dafür, daß Sie Ihr Idealgewicht erreichen. Wieviel Gewicht Sie verlieren, hängt größtenteils davon ab, wie stark Sie motiviert sind, Ihren neuen Lebensstil und die neuen Eßgewohnheiten beizubehalten.

Wieviel Gewicht kann man mit dem verstellbare Magenband-System verlieren?

Im allgemeinen beträgt der durchschnittliche Gewichtsverlust nach der operativen Plazierung des verstellbare Magenband-Systems bis zu zwei Drittel des Übergewichtes.

Beispiel: Nehmen wir einmal an, Sie wiegen im Moment 160kg. Das Idealgewicht für Ihre Körpergröße liegt bei ca. 70kg. Das heißt, Sie wiegen 90kg zu viel. Zwei Drittel davon sind 60kg. Mit Hilfe des verstellbare Magenband-System können Sie diese Gewichtsmenge verlieren. Ihr Gewicht würde sich dadurch auf 100kg verringern.

Manche stark übergewichtigen Personen verlieren mehr Gewicht als andere, andere wiederum verlieren weniger Gewicht. Wie das Beispiel zeigt, erreichen Sie Ihr Idealgewicht wahrscheinlich nie, sondern bleiben ein wenig darüber. Der Eingriff ist keine kosmetische Operation!

Wenn das verstellbare Magenband-System versagt

Bei Auftreten unvorhergesehener medizinischer Probleme, wenn beispielsweise die Gewichtsabnahme zu gering ist oder sich der Patient nicht an seine neuen Eßgewohnheiten gewöhnen kann, besteht die Möglichkeit, daß der Chirurg nach Absprache mit dem Patienten des Band wieder entfernt. Nach den bisher vorliegenden Ergebnissen nimmt der Magen nach Entfernung des LAP-BAND® Systems wieder seine ursprüngliche Form an. Der Verdauungstrakt arbeitet danach wahrscheinlich wieder normal. Das heißt aber auch, daß der Patient mit sehr großer Wahrscheinlichkeit wieder an Gewicht zunehmen wird, vor allem, wenn er wieder zu seinen alten Eßgewohnheiten und seinem gewohnten Lebensstil zurückkehrt.

Die Vorteile des verstellbaren Magenband-Systems

Patientenfreundlich:

Von allen Operationen zur Reduzierung des Magenvolumens ist dieser Eingriff am wenigsten traumatisch, da die Operation in der Regel laparoskopisch durchgeführt werden kann. Der Magen wird nicht permanent durchtrennt oder abgeklammert.

Wenn das Band laparoskopisch eingesetzt wird, sind keine großen Hautschnitte erforderlich, und es bleiben somit auch keine großen Narben zurück.

Präzise:

Das ist die einzige Operation, bei der festgelegt werden kann, wie groß das Volumen des oberen Magenabschnitts und wie groß der Durchmesser der neuen Öffnung sein soll. Das ist deshalb möglich, weil der Hersteller des verstellbare Magenband-Systems den Chirurgen spezielle chirurgische Instrumente für diesen Eingriff zur Verfügung stellt.

Einstellbar:

Zur Anpassung des Banddurchmessers ist keine weitere Operation notwendig.

Bandentfernung:

Wenn es aus unvorhergesehenen Gründen notwendig werden sollte, das verstellbare Magenband-System wieder zu entfernen, nimmt der Magen nach den bisher vorliegenden Erkenntnissen mit großer Wahrscheinlichkeit wieder seine ursprüngliche Form an.

Schnell:

Normalerweise können Sie schon zwei bis drei Tage nach der Operation das Krankenhaus wieder verlassen.

   

Wer kommt für das verstellbare Magenband-System in Frage?

Um festzustellen, ob das verstellbare Magenband-System eine geeignete Methode für Sie ist, wird Ihre persönliche Situation anhand folgender Kriterien beurteilt:

1. Sie verstehen das Prinzip des verstellbaren Magenband-Systems.

2. Sie leiden and Adipositas II (BMI ueber 35 und leiden an offenkundigen Gesundheitsproblemen, die mit schwerer Adipositas verbunden sind, wie z.B. Diabetes, Gelenkprobleme, Herzprobleme oder Schnarchen mit regelmäßigem Aussetzen der Atmung (Schlafapnoe). Oder - ihr BMI ist groesser als 40

3. Sie haben bereits ernsthaft versucht abzunehmen, möglicherweise mit Erfolg, aber Sie konnten das reduzierte Gewicht nicht halten.

4. Sie haben keine andere Krankheit, die für das Übergewicht verantwortlich sein könnte (extrem selten).

5. Sie sind bereit, Ihre Eß-und Lebensgewohnheiten drastisch zu ändern, und sich auch weiterhin von dem behandelnden Facharzt überwachen zu lassen.

6. Es liegt kein übermäßiger Alkoholkonsum vor, und Sie nehmen keine "bewußtseinserweiternden" Substanzen.

Chirurgen haben berichtet, daß Patienten mit einer Schwäche für Süßes, die also große Mengen Süßigkeiten oder stark zuckerhaltige Nahrungsmittel verzehren oder häufig Milch-Shakes oder andere sehr kalorienhaltige Getränke zu sich nehmen, keinen großen Erfolg mit dem verstellbare Magenband-System haben.

Im allgemeinen wird das verstellbare Magenband-System nicht bei Personen mit einem Körpermassenindex unter 35 eingesetzt. Der Chirurg kann aber aus wichtigen Gründen, beispielsweise bei durch die Adipositas bedingten Gesundheitsproblemen, diesen Eingriff dennoch vornehmen.

Der Chirurg kann Ihnen weitere Informationen über die Auswahlkriterien geben und entscheidet, ob Sie für eine Operation in Frage kommen oder nicht.

Ihre Motivation

Der Eingriff für das Einsetzen des verstellbare Magenband-System wird nur dann durchgeführt, wenn sich der Chirurg davon überzeugt hat, daß Sie verstehen, welche Probleme das Übergewicht verursacht. Er wird auch sichergehen wollen, daß Sie genau über die Vorteile, Nachteile und Risiken aufgeklärt sind. Er wird die Operation erst dann vornehmen, wenn er sicher ist, daß Sie Ihre Verantwortung hinsichtlich des neuen Eßverhaltens und des veränderten Lebensstils wahrnehmen, und daß Sie bereit sind, aktiv an der Reduzierung Ihres Gewichtes mitzuwirken.

   

Was muß dabei beachtet werden?

Operationen sind mit Risiken, einschließlich Mortalität (Sterblichkeit), verbunden. Das trifft besonders auf sehr stark übergewichtige Patienten zu und gilt auch für den Eingriff, der zum Einsetzen des verstellbare Magenband-System vorgenommen wird. Der Chirurg kann Ihnen mehr dazu sagen. Auch bei der Benutzung des verstellbaren Magenband-Systems können bestimmte Komplikationen auftreten.

Risiken und Komplikationen

Komplikationen können sich während und kurz nach jeder Operation einstellen, so auch bei dem Eingriff, der zum Einsetzen des verstellbare Magenband-System notwendig ist. Komplikationen allgemeiner Art sind Lungeninfektionen, Milz-oder Leberschäden, Lungenprobleme, Thrombose und Wundheilungsstörungen. Zu den speziellen Komplikationen, die beim verstellbare Magenband-System auftreten können, gehören Durchrutschen des Magens durch das Band und Magenüberdehnung (wobei der Magen durch übermäßige Nahrungsaufnahme ausgedehnt wird; er kann dadurch kippen und die Öffnung blockieren). Auch ein erosives Einwandern des Bandes in den Magen ist möglich. Schließlich besteht auch die Gefahr einer Magenperforation während der Operation. Bei Auftreten einer dieser Komplikationen müssen Sie unter Umständen länger im Krankenhaus bleiben oder müssen zu einem späteren Zeitpunkt nochmals ins Krankenhaus eingewiesen werden. Es kann außerdem zu kleineren Komplikationen kommen, die allerdings kaum einen Einfluß auf den Genesungsprozeß haben. Besondere Vorsichtsmaßnahmen und besondere Sorgfalt sind bei Patienten mit bestehenden Erkrankungen, wie z.B. Diabetes oder chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung, angezeigt.

Entfernung des Bandes

In manchen Fällen kann es notwendig sein, das Band wieder zu entfernen. Wurde das verstellbare Magenband-System laparoskopisch eingesetzt, kann es in der Regel auf die gleiche Weise wieder entfernt werden. Da das Band aus einem Spezialmaterial hergestellt ist, besteht nur eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit, daß das Band in den Magen und das umliegende Gewebe einwächst. Zur Zeit sind keine Gründe bekannt, aus denen das Band zu einem bestimmten Zeitpunkt ersetzt oder entfernt werden muß, es sei denn, es treten Komplikationen auf, oder der Gewichtsverlust bleibt aus. Trotzdem läßt sich nur schwer sagen, ob der Patient das Band sein Leben lang tragen kann.

Weitere Informationen

Wie bereits erwähnt, birgt jede große Operation Risiken in sich, besonders bei stark übergewichtigen Patienten. Dies trifft natürlich auch auf den Eingriff zu, der zum Einsetzen des verstellbaren Magenband-Systems notwendig ist. Wie bei allen Operationen muß man sich auch in diesem Fall bewußt machen, daß der Patient während oder nach der Operation sterben kann, selbst wenn alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen wurden. Alter, Übergewicht, aber auch bestimmte Krankheiten, gleichgültig, ob sie durch das starke Übergewicht bedingt sind oder nicht, können das Operationsrisiko erhöhen. Der Chirurg wird Sie über die Risiken aufklären, bevor Sie sich entscheiden, ob Sie die Operation wünschen oder nicht. Die veröffentlichten Ergebnisse weisen darauf hin, daß die Operation zum einsetzen des verstellbaren Magenband-Systems mit weniger Risiken behaftet ist, als andere Operationen, die der Reduzierung des Magenvolumens dienen. Das Mortalitätsrisiko während oder kurz nach dem Eingriff des verstellbaren Magenband-Systems soll niedriger sein als bei anderen Operationen.

   

Die Operation

Vorbereitungen

Der Operation sollte eine ausführliche Unterredung mit dem Chirurgen vorausgehen. Vielleicht ist auch ein Gespräch mit einem Diätetiker, Physiotherapeuten und vielleicht auch mit einem Psychologen möglich. Bei diesen Gesprächen erfahren Sie, was während und nach der Operation geschieht. Anschließend werden Sie einigen körperlichen Untersuchungen unterzogen, die der Beurteilung Ihres aktuellen Gesundheitszustandes dienen.

Aufnahme ins Krankenhaus und Operation

In der Regel werden Sie am Nachmittag vor dem Operationstag ins Krankenhaus eingewiesen. Die eigentliche Operation dauert etwa vierzig Minuten und wird unter Vollnarkose durchgeführt. Wie schon weiter oben erwähnt wurde, erfolgt der Eingriff in der Regel laparoskopisch. Das verstellbare Magenband-System wird um den oberen Teil des Magens gelegt, so daß oberhalb des Bandes nur ein sehr kleiner Teilmagen übrig bleibt. Der Restmagen unterhalb des Bandes wird in seiner normalen Position belassen. Um das Reservoir in der Bauchwand anlegen zu können, erweitert der Chirurg einen der bereits angelegten Hautschnitte.

Offene Operation (extreme Seltenheit)

Es gibt Fälle, in denen ein laparoskopischer Eingriff nicht möglich ist, zum Beispiel dann, wenn der Patient bereits eine Bauchoperation hatte und sich Adhäsionen (Gewebeverwachsungen) gebildet haben. Es ist auch möglich, daß der Chirurg während der Laparoskopie beschließt, doch zu einem traditionellen "offenen" Eingriff überzugehen. Das geschieht zum Beispiel dann, wenn eine schwere Blutung auftritt oder wenn sich beim Einsetzen des Bandes Probleme ergeben. Dann muß ein größerer Bauchwandschnitt ausgeführt werden, damit die Operation beendet werden kann. Der Patient, der sich in Narkose befindet, wird davon nichts merken. Nach einem größeren chirurgischen Eingriff dieser Art verlängert sich der Krankenhausaufenthalt. Es kann auch länger dauern, bis Sie Ihre gewohnten Aktivitäten wieder aufnehmen können.

Nach der Operation

Nach dem Abklingen der Narkose werden Sie wahrscheinlich eine Zeit lang Schmerzen haben, die aber mit herkömmlichen Schmerzmitteln sehr wirksam gelindert werden können. Pflegepersonal und Physiotherapeuten werden Sie dazu ermutigen, das Bett nach der Operation so bald wie möglich zu verlassen und sich zu bewegen. Das ist sehr wichtig zur Vorbeugung von Thrombosen, Atemwegsproblemen und Druckgeschwüren. Einen Tag nach der Operation wird eine Röntgenaufnahme gemacht, während der Sie eine Flüssigkeit schlucken müssen. Sie können diesen Vorgang auf dem Röntgenschirm verfolgen. Der Zweck dieser Untersuchung ist, festzustellen, ob das verstellbare Magenband-System richtig plaziert wurde und die neue Öffnung durchgängig ist. Sie müssen ca. drei Tage im Krankenhaus bleiben.

In den ersten Tagen nach der Operation werden Sie feststellen, daß Sie sich abends schneller müde fühlen als sonst. Das sind die normalen Nachwirkungen der Narkose. Wenn keine Komplikationen auftreten, können Sie innerhalb von ein oder zwei Wochen wieder Ihre normalen Aktivitäten aufnehmen.

Gewichtsverlust

Der Gewichtsverlust erfolgt schrittweise, und es gibt Phasen, in denen über 3-4 Wochen kein Gewichtsverlust stattfindet. Das ist normal und darf Sie nicht entmutigen. In der Regel können Sie 2 Jahre nach der Operation Ihr Zielgewicht erreichen. Sie duerfen bei guter Mitarbeit erwarten zwei/drittel (60%) ihres Uebergewichts zu verlieren.

Essen und Trinken nach der Operation

Der Chirurg und/oder DiätetberaterIn werden Ihnen das neue Eßverhalten, das Sie sich angewöhnen sollen, eingehend erklären. Beim Gespräch mit diesen Experten erhalten Sie genaue Anweisungen, und sie werden Ihnen helfen, sich allmählich mit dem veränderten Lebensstil und den neuen Eßgewohnheiten vertraut zu machen.

Es ist außerordentlich wichtig, daß Sie sich in der Zeit nach der Operation genau an die Anweisungen für das Essen und Trinken halten. Besonders in den ersten Wochen nach der Operation ist es wichtig, den "kleinen" Magen über dem Band nicht unnötig zu dehnen, denn die neue Magenstruktur muß sich erst an die veränderte Situation anpassen. Der Anpassungsprozeß kann einen Monat oder länger dauern.

Allgemeines

Flüssigkeit passiert den reduzierten Magen rasch, so daß sich das Sättigungsgefühl nicht so schnell einstellt, Beim Essen muß man sehr vorsichtig sein, weil zu große Nahrungsmengen oder zu große Nahrungsbrocken die verengte Öffnung verstopfen können. Diese Komplikation läßt sich jedoch leicht verhindern, wenn man die Nahrung gut kaut und immer nur kleine Mengen verzehrt. Man sollte versuchen, fuenf kleine Mahlzeiten am Tag zu sich zu nehmen und darauf achten, daß diese Mahlzeiten genügend Nährstoffe enthalten. Eine gesunde Mahlzeit besteht aus Gemüse, Fleisch, Brot und/oder Milchprodukten. Die ErnaehrungsberaterIn kann Sie bei der Ernährungsumstellung unterstützen.

Anregungen für die Zusammenstellung des Speisplanes: 

Frühstücksmöglichkeiten: Tee oder Kaffee oder Kakao mit Magermilch, Knäckebrot, leicht&cross, Vollkornbrot, Schwarzbrot oder getoastetes Weißbrot, Butter oder brunch oder Minarine, Marmelade, Streichkäse, Truthahnaufstrich, Kräutertopfen, Gervais oder Hüttenkäse
   
Zwischenmahlzeiten: Joghurt, Fruchtmus, Buttermilch, Kompott, Pudding, Obst
   
Mittagessen u..Abendessen: immer eine kleine Portion Gemüse oder Salat (keine Hülsenfrüchte, keinen grünen Salat), Kartoffeln, Semmelknödel, Nockerl, Polenta, eventuell Reis ==> wichtig: die Zubereitung sollte immer fettarm sein, Eierspeise, pochiertes Ei, Spieglei, gedünsteten oder pochierten oder gebratenen Fisch, Fleisch (kein faseriges Fleisch verwenden, immer gut weichkochen und sehr gut kauen!!!!!!!!! eventuell faschieren) Suppen sowohl als Cremesuppe als auch klare Suppen
   

   

Wichtige Regeln

 

Die nachstehend aufgeführten "wichtigen Regeln" für Essen, Trinken und Bewegung tragen dazu bei, ein optimales Ergebnis zu erzielen. Denken Sie immer daran, daß Ihr Wille, ein neues Eßverhalten zu lernen, für den Erfolg der Operation von ausschlaggebender Bedeutung ist.

 

1.   gut kauen d.h. solange kauen bis die Speisen breiig sind! Dies ist in Zukunft das oberste Gebot!. Essen Sie daher niemals im Vorbeigehen oder unter Zeitdruck.

2.   Essen Sie kleine Mengen! Verwenden Sie anfangs zum Essen einen Kaffeelöffel. Somit nehmen Sie kleinere Bissen zu sich und essen automatisch langsamer. Beenden Sie jede Mahlzeit, sobald Sie sich satt fühlen.

3.   Nicht essen und trinken gemeinsam! Sie dürfen und sollen ausreichend trinken, ca 2 l pro Tag. Allerdings entweder vor oder zwischen den Mahlzeiten, keinesfalls eine größere Menge unmittelbar nach dem Essen.

4.   Nach dem Essen nicht hinlegen!

5.   Die letzte Mahlzeit nicht später als 19.00

6.   5 Mahlzeiten täglich! Damit vermeiden Sie das Auftreten von Heißhunger und das damit verbundene zu schnelle Essen.

7.   Einmal bis zweimal pro Woche empfehle ich zusätzliche Vitamin- und Mineralpräparate in den ersten Monaten nach der Operation.

 

Wenn Sie den Diätanweisungen Folge leisten, verläuft der Heilungsprozeß zügig und problemlos. Sie sollten sich 2 Wochen schonen um den Heilungsprozess nicht zu verzögern.

Sie dürfen kein Aspirin, Thrombo ASS, Herz ASS etc. oder andere derartige Medikamente ohne Magenschutz einnehmen, da diese den Magen reizen können.

Informieren Sie Ihren Hausarzt darüber, daß Sie diese Medikamente (Aspirin und nichtsteroidale Antirheumatika, Schmerzmittel ohne Magenschutz) nicht einnehmen dürfen. Als Magenschutz genügt Ulcogant 2 mal pro Tag oder Ulcosan oder einen Protonenpumpenhemmer wie Pantoloc 20mg einmal pro Tag.

 

Welche Risiken birgt das verstellbare Magenbandsystem?

 

Die Implantation des Magenbandes ist eine größere Operation. Es bestehen die gleichen Risiken wie bei anderen größeren Operationen. Es besteht die Möglichkeit, daß von einer endoskopischen Operation auf die herkömmliche Operation durch Bauchschnitt umgestiegen werden muß. Die Gefahr einer postoperativen Komplikation liegt bei etwa 1 - 2 %. Dazu gehören Infektionen, Lungenentzündung und Blutungen. Stark übergewichtige Patienten haben ein hohes operatives Komplikationsrisiko. Die Wahrscheinlichkeit an einer Komplikation zu sterben liegt unter 0,3% in der Weltliteratur.

Mögliche, speziell mit dem Magenband verbundene Risiken und deren Wahrscheinlichkeit (Statistische Daten der Weltliteratur):

-    Magenschleimhautschwellung durch Druck von außen, Magenschleimhautentzündung und Durchwanderung des Bandes in den Magen - 0,6 %

-     Undichtigkeit des Schlauchsystems und des Ballons - 1,8 %

-     Wundinfektion im Bereich des Reservoirs - 0,3%

-     Eine erneute Operation gehört ebenfalls zu den Risiken – 6%

-     Komplikationen mit Todesfolge: unter 0,3%

-     15 % unserer Patienten erreichen das Wunschgewicht nicht!

 

 

Teammanagement und Ursachen

wichtiger Symptome und möglicher Komplikationen

 

 

Symptome und Erscheinungen

 

Mögliche Ursachen

 

 

Erbrechen

 

·        Essverhalten?

·        Ungeeignete Nahrung?

·        OP-Komplikation?

 

 

Sodbrennen und Reflux

 

·        OP-Komplikation? (Vormagenerweiterung, Mageneinengung, etc.)

·        Abends zu spät gegessen?

·        Motilität (Speiseröhrenbeweglichkeit)

 

 

Verstopfung (Obstipation)

 

 

·        Genügend Ballaststoffe?

·        Flüssigkeitszufuhr ausreichend?

 

 

Mangelnder Gewichtsverlust

 

·        Naschen? Snacks?

·        Keine körperliche Bewegung?

·        Grundumsatz herabgesetzt?

·        OP-Komplikation?

 

 

Abgeschlagenheit

 

·   Eiweismangel? Vitaminmangel? Mineralmangel? Blutarmut?

·   Muskelschwund? (durch mangelnde Bewegung)

 

 

 

 

 

Eigene Ergebnisse (Statistische Analyse der ersten 500 Patienten):

 

Verstellbare Bandoperationen (laparoskopisch d.h. mit Bauchspiegelung) werden seit Juli 1994 an unserer Klinik durchgeführt. An postoperativen Frühkomplikationen beobachteten wir lediglich bei einem Patienten (0,2%) einen vorübergehenden Gallenstau bei gleichzeitiger Gallenblasenentfernung. Die Umstiegsrate zur offenen Methode ist mit derzeit 0,3 % (3 Patienten) erstaunlich gering. Bei den Spätkomplikationen wurden 8 Vormagenerweiterungen mit Bandgleiten (2 %) und 6 Bandundichtigkeiten (1,2 %), die eine neuerliche Operation erforderlich machten, beobachtet. Die Gesamtkomplikationsrate ( Vormagenerweiterung, Bandundichtigkeit, Bandeinwanderung in den Magen, Bluterguß, etc.) ist mit derzeit 6 % anzunehmen.  94 % aller Patienten beurteilen den Erfolg der Operation mit gut und sehr gut

Es besteht ebenfalls das Risiko, dass Sie nach einiger Zeit wieder an Gewicht zunehmen. Ständiges Naschen oder Essen von kalorienreichen Nahrungsmitteln können das Magenband nutzlos machen.

 

Die Hauptfolge der Implantation des Magenbandes ist eine radikale Veränderung Ihres Lebensstils.

Speziell fettreiche Nahrungsmittel wie Schokolade, Eiscreme, Schlagobers, Cremetorten, Knabbergebäck, Kekse aber auch kalorienreiche Getränke sind die Hauptverursacher für eine fehlende Gewichtabnahme bzw. eine Gewichtszunahme. Sollte dies der Fall sein, wenden Sie sich an die Diätassistentin. Mit Hilfe eines von Ihnen geführten Ernährungstagebuches können die Fehler leicht gefunden werden.

Auch eine Überfüllung des Magens verursacht auf Dauer wieder eine Ausdehnung des jetzt verkleinerten Teil des Magens und führt schließlich zu anhaltendem Erbrechen, möglicherweise auch zu weiteren schwierigen Komplikationen, welche unter Umständen die Entfernung des Magenbandes erfordern. Deshalb ist es sehr wichtig, auf das Sättingungsgefühl zu achten.

 

Anzeichen der Sättigung können sein:

 

1.   Ein Druck- oder Völlegfühl im Zentrum des Magens, direkt unter dem Brustkorb

2.   Schmerzen in der Schulter- und Brustgegend

3.   Übelkeit

 

Die Übelkeit kann die Folge von zuviel Mageninhalt oder schlecht gekauter Nahrung sein. Sollten Sie sich übergeben müssen und sollte dies den ganzen Tag anhalten, nehmen Sie bitte keine feste Nahrung mehr zu sich. Versuchen Sie schluckweise Tee oder Wasser zu trinken. Wenn auch dies zum Erbrechen führt, und der Brechreiz länger als 24 Stunden andauert, setzten sie sich bitte mit dem Krankenhaus in Verbindung.

 

Die häufigsten Gründe für den Brechreiz sind:

 

1.   zu schnelles Essen

2.   mangelndes Kauen

3.   zu große Mengen während einer Mahlzeit

4.   trinken und essen gemeinsam bzw. trinken direkt nach dem Essen

5.   fehlende Bewegung nach der Mahlzeit

6.   Speisen, die nicht vertragen werden

 

Tatsächlich gibt es einige Nahrungsmittel und Speisen, welche nach Ihrer Operation auch längerfristig meistens nicht sehr gut vertragen werden. Dabei handelt es sich hauptsächlich um faserreiche Produkte, welche auch bei sehr gutem Kauen nicht problemlos gegessen werden können.

 

Dies sind:

 

Ø grobfaseriges Fleisch

Ø Teigwaren, v.a. Spaghetti

Ø Obsthäute von Orangen, Mandarinen, Grapefruits und Trauben

Ø Gemüseschalen von weißen Bohnen, Erbsen, Mais

Ø grüner Salat, Sauerkraut

Ø kohlensäurehältige Getränke

 

   

geeignete Lebensmittel  

Erfahrungsgemäß sind folgende Lebensmittel geeignet, bzw. können problematisch sein:

 

geeignete Lebensmittel

ungeeignete Lebensmittel

Brot:

Graubrot (dunkles Brot), Knäckebrot, Leicht&Cross   

 

grobgeschrotetes Vollkornbrot, Brötchen (Weissbrot)

Fette:

Halbfettmargarine, wenig Kochfett, Pflanzenöl           

 

Butter, Schmalz, Sahne, Speck

Brotbelag:

kalorienreduzierte Konfitüre, fettarme Streichwurst,  fettarmer Streich-/Schnittkäse, Magerquark

 

gezuckerte Konfitüre, fette Wurst,   fetter Käsebelag, Sahnequark

Zwischenmahlzeiten:

Molke, fettarmer Joghurt(ungezuckert) ,  Quarkspeisen,(ungezuckert) gekochtes, ungezuckertes Obst, kalorienreduzierte Säfte

 

fettreiche Milch, Fruchtjoghurt (gezuckert), frisches Obst, Müsli, Ananas- u. Kiwikompott, Kuchen, Süßigkeiten

Fleisch:

fettarmes Fleisch mit wenig Fett zubereitet ohne mehlgebundene Soßen

 

ganze, fette Fleischstücke

Gemüse:

gegartes Gemüse ohne gebundene Soßen

 

Salate, Spargel, Schwarzwurzel, Mais, Hülsenfrüchte

Beilagen:

Kartoffelpüree, Kartoffel

Reis, Nudeln, Pommes frites,   Kroketten, Klöße

Die Verträglichkeit diverser Nahrungsmittel ist individuell sehr unterschiedlich und hängt von der gegessenen Menge und besonders auch vom ausreichenden Kauen ab.

Von einigen Patienten wissen wir, daß sie Schwierigkeiten hatten mit:

 

- grobfaserigem Fleisch, besonders Rindfleisch

- mit der Haut von Orangen, Mandarinen, Grapefruits, Trauben

- mit der Haut von Tomaten, Mais, weißen Bohnen

- mit grünem Salat, Sauerkraut

- mit scharfen Gewürzen

- mit frischem Brot und Teigwaren

- mit gebackenen Nahrungsmitteln

 

Speisen und Getränke, welche aufgrund ihres Kaloriengehaltes ungünstig sind:

Speiseeis, Cola, Fanta, Sirup, gezuckerte Fruchtsäfte (200ml frisch gepreßter oder 100% reiner Fruchtsaft sind pro Tag erlaubt), Torten und Kuchen, Kakao und Schokoladenpudding, Speisen mit viel Zucker oder Schlagsahne, fette Soßen, Kekse. Knabbergebäck, Nougat, Pralinen, etc.

   

Vitamine und Mineralstoffe

Die geringere Nahrungsaufnahme, welche erwünscht und notwendig ist um das Gewicht abzubauen, verlangt ein besonderes Augenmerk auf eine ausreichende Zufuhr an Vitaminen und Mineralstoffen. Damit dies der Fall ist, beachten Sie bitte folgende Regeln:

           

Essen Sie täglich:    1 Milchprodukt (Joghurt, Topfen, Käse, Milch)

                                1-2 Stk. Obst (gepreßt als Saft, Kompott oder roh)

                                1 Portion Gemüse oder Salat

                                Knäckebrot oder Vollkornbrot

                                Kartoffeln

 

Möchten Sie zusätzlich ein Vitaminpräparat einnehmen, fragen Sie bei Ihrem Apotheker um Rat. Ideal sind kaubare oder flüssige Supplemente,

Auf der einen Seite sollten Sie keine zu großen Mengen essen, auf der anderen Seite ist es aber wichtig, eine ausgewogene Nahrung zu sich zu nehmen. Neben Eiweiß, Fett und Kohlenhydraten brauchen Sie auch Vitamine und Mineralstoffe.

 

Zusätzlich wird ein kaubares oder flüssiges Multi-Vitaminpräparat für die ersten Wochen empfohlen.

Ideal ist ein Vitamin in Sprayform da bereits in der Mundschleimhaut Vitamine aufgenommen werden koennen.

Vitaminspray

                    

   

Häufig gestellte Fragen

F: Werde ich nach der Operation häufig unter Übelkeit leiden?

A: Das verstellbare Magenband-System wurde entwickelt, um die Nahrungsaufnahme auf patientenfreundliche Weise einzuschränken. Wenn Sie unter häufiger Übelkeit leiden, kann das bedeuten, daß Sie die Nahrung entweder nicht ausreichendkauen oder die Diätvorschriften nicht genau einhalten. Es ist aber auch möglich, daß das Band nicht richtig plaziert ist. Erbrechen sollte möglichst vermieden werden, weil sich der kleine Magen dabei dehnen kann, und der Magen unter Umständen durch das verstellbare Magenband-System

System rutscht. Die Wirkung des Systems wäre damit aufgehoben.

F: Wird Verstopfung auftreten?

A: Es ist fast unmöglich, eine Reduktion der Stuhlmenge zu vermeiden, wenn weniger gegessen wird und somit weniger Ballaststoffe in den Verdauungstrakt gelangen. Im Normalfall entstehen dadurch keine schwerwiegenden Probleme. Wenn es zu Problemen kommt, sollten Sie Ihren Arzt konsultieren. Er kann Ihnen empfehlen, ein leichtes Abführmittel zu nehmen und eine Zeit lang reichlich Wasser zu trinken, bis das Problem beseitigt ist.

F: Muß ich zusätzlich Vitamine einnehmen?

A: Es besteht die Möglichkeit, daß Sie bei drei kleinen Mahlzeiten am Tag nicht genügend Vitamine aufnehmen. Der Chirurg wird Ihnen sicherlich raten, Vitamin-

ergänzungspräparate zu nehmen. Der behandelnde Arzt wird bei den regelmäßigen Kontrollbesuchen prüfen, ob Sie ausreichend Vitamin B12, Folsäure und Eisen zu sich nehmen. Bei einem etwaigen Vitaminmangel wird er Ihnen sicherlich raten, Vitamin-

ergänzungspräparate zu nehmen.

F: Mit welchem Einfluß auf die Einnahmen anderer Medikamente ist zu rechnen?

A: Im allgemeinen können Sie die verordneten Medikamente in der gewohnten Weise einnehmen. Sollten Sie Tabletten einnehmen, die zu groß sind, können Sie diese vor der Einnahme in zwei Hälften zerbrechen oder in Wasser auflösen, damit Sie nicht im Verdauungstrakt steckenbleiben und möglicherweise Übelkeit verursachen. Der Chirurg wird Ihnen wahrscheinlich raten, auf die Einnahme von Acetylsalicylsäure (=Aspirin)

Oder auf andere nichtsteroidale entzündungshemmende Schmerzmittel zu verzichten, weil diese Medikamente zu Magenreizungen führen können.

F: Welchen Einfluß hat das Magenband auf eine mögliche Schwangerschaft?

A: Das Band wirkt sich wahrscheinlich nicht negativ auf eine Schwangerschaft aus. Möglicherweise werden Sie schneller schwanger, weil Ihr Menstruationszyklus aufgrund des Gewichtsverlustes regelmäßiger wird. Wenn Sie während einer Schwangerschaft mehr Nahrung zu sich nehmen müssen, kann das Band etwas gelockert werden. Nach der Schwangerschaft kann man es wieder engerstellen, damit Sie wieder Gewicht verlieren können.

F: Kann das Band entfernt werden?

A: Ja, obwohl nicht beabsichtigt ist, das verstellbare Magenband-System wieder zu entfernen, sofern es nicht ersetzt werden muß. Denken Sie daran, daß Sie unter Umständen schon bald wieder Ihr altes Gewicht haben, wenn das Band entfernt wird. Nach den bisher vorliegenden Erkenntnissen nimmt der Magen nach Entfernung des Bandes wieder seine ursprüngliche Form an.

F: Was muß ich tun, wenn ich zum Essen eingeladen bin?

A: Auch dann können Sie nur eine kleine Portion essen, beispielsweise nur eine Vorspeise. Essen Sie langsam, damit Sie zur gleichen Zeit fertig sind, wie Ihre Tischgenossen. Es kann ratsam sein, Ihren Gastgeber/Ihre Gastgeberin im voraus darüber zu informieren, daß Sie nur wenig essen können.

F: Welchen Einfluß hat Alkohol?

A: Alkohol enthält viele Kalorien und baut Vitamine ab. Alkoholische Getränke sollten deshalb möglichst gemieden werden. Ein Glas Wein bei einem Empfang, einer Geburtstagsfeier oder einem Abendessen schadet nicht.

F: Muß ich mich einer plastischen Chirurgie zur Entfernung der überschüssigen

Haut unterziehen, wenn ich sehr viel an Gewicht verloren habe?

A: Das ist nicht immer notwendig. In der Regel wird man eine plastische Chirurgie frühestens zwei Jahre nach der Operation in Erwägung ziehen. Normalerweise ist die Haut elastisch genug, so daß sie sich an das veränderte Körpergewebe anpaßt. Es ist ratsam, der Haut genügend Zeit zur Anpassung zu lassen, bevor man sich für eine Operation entscheidet.

F: Was passiert, wenn ich eine andere Krankheit bekomme?

A: Der große Vorteil des verstellbare Magenband-System Systems ist seine Flexibilität. Wenn Sie eine Krankheit bekommen, bei der Sie mehr essen müssen, kann das Band durch Ablassen der darin enthaltenden Flüssigkeit gelockert werden. Sobald Sie von der Krankheit genesen sind und ein weiterer Gewichtsverlust wünschenswert und unbedenklich ist, kann das Band wieder mit mehr Flüssigkeit gefüllt werden, so daß es enger wird.

F: Wie wird das Band eingestellt?

A: Das Band muß ambulant durch einen Facharzt eingestellt werden. Der Eingriff erfolgt unter Umständen unter örtlicher Betäubung. Eine dünne Nadel wird durch die Haut in das Reservoir eingeführt. Der Eingriff dauert nur wenige Minuten und ist bei den meisten Patienten nahezu schmerzlos. Manchmal wird die Einstellung auch unter Röntgenkontrolle vorgenommen, damit die Reservoirstelle zu sehen ist.

F: Wieviel Gewicht werde ich verlieren?

A: Wenn sich das Band in der richtigen Position befindet und Sie sich streng an Ihren neuen Lebensstil und die neuen Eßgewohnheiten halten, dann können Sie durchschnittlich zwei Drittel Ihres Übergewichtes verlieren. Es ist wichtig, das Gewicht allmählich über 12 bis 18 Monate zu reduzieren. Ein schneller Gewichtsverlust stellt ein Gesundheitsrisiko dar und kann zu diversen Problemen führen, von denen Übelkeit und Erbrechen nur die harmlosesten sind. Ein Gewichtsverlust von 1kg pro Woche ist im ersten Jahr nach der Operation möglich, aber sicherlich nicht die Regel. Im Zeitraum von 12 bis 18 Monaten nach der Operation beträgt der Gewichtsverlust üblicherweise weniger als 1kg pro Woche. Das Ziel ist die Erzielung eines Gewichtsverlustes, der die durch die Adipositas oder krankhafte Adipositas bedingten gesundheitlichen Beschwerden vermindert bzw. beseitigt.

Ein Rat zum Abschluß:

Es ist wichtig, daß Sie Ihrem Chirurgen alle Fragen stellen, die Sie zur Operation und dem verstellbaren Magenband-System haben.

   

Aussagen von Ärzten

Aussage 1

"Adipöse Menschen stoßen in ihrem unmittelbaren Umfeld auf viele Probleme. Das liegt daran, daß die Adipositas für andere Menschen direkt erkennbar ist, und das heißt, sie beeinträchtigt die soziale Interaktion. Es existieren nicht nur vorgefaßte Meinungen über das äußere Erscheinungsbild eines Adipösen, sondern es wird auch über den Charakter eines solchen Menschen geurteilt. So gilt es häufig als ein Zeichen von Schwäche oder Faulheit, wenn man keine Kontrolle über die verzehrte Nahrungsmenge hat. Die meisten Patienten, die in meine Praxis kommen, haben bereits solche Erfahrungen mit ihren Mitmenschen gemacht. Auch in Studien zur Lebensqualität zeigt sich dasselbe Muster. Eine Studie (Rand & MacGregor, 1990, Hrsg.) zeigt, daß sich die meisten adipösen Patienten vor der Operation für unattraktiv hielten und das Gefühl hatten, daß die anderen Menschen hinter ihrem Rücken über sie tuschelten. Sie fühlten sich auch bei der Arbeitsplatzsuche diskriminiert und hatten oft das Gefühl, daß auch Ärzte ihnen mit wenig Respekt begegneten. Interessant ist, daß sich dieses (Selbst-) Bild ca. 18 Monate nach der Magenoperation vollständig ändert. Ich stelle diese Veränderung auch bei meinen Patienten fest und das erfüllt mich jedesmal mit tiefer Zufriedenheit."

Aussage 2

"Es sind mehrere Untersuchungen erforderlich, bevor ein Patient operiert werden kann. Der Patient muß auch beim Krankenhaus-Diätetiker vorstellig werden. Der Diätetiker gibt dem Patienten ein Diättagebuch mit, in das der Patient eine Woche lang alles eintragen muß, was er verzehrt, damit sich der Diätetiker ein umfassenderes Bild machen kann. Anhand dieses Diättagebuches kann dann beurteilt werden, ob die Operation erfolgreich sein wird oder nicht. Wir können den Eingriff zur Plazierung des Magenbandes nur dann vornehmen, wenn wir von allen Seiten grünes Licht erhalten haben. Der Patient wird in der Regel einen Tag vor der Operation ins Krankenhaus aufgenommen. Dann werden alle Untersuchungsergebnisse nochmals überprüft. Ich erkläre dem Patienten nochmals, was bei der Operation gemacht wird, und der Anästhesist spricht mit dem Patienten über die Narkose und die Schmerzmittel, die nach der Operation verabreicht werden. Nach der stationären Aufnahme des Patienten erfolgt auch ein Gespräch mit dem Physiotherapeuten, wobei das Hauptaugenmerk auf der Atemtherapie liegt. Nach der Operation hat der Patient unter Umständen Schwierigkeiten mit der tiefen Atmung und das Abhusten von Schleim kann schmerzhaft sein. Deshalb enthält der Patient vor der Operation vom Physiotherapeuten Anweisungen für das richtige Atmen und das richtige Abhusten, damit die postoperative Behandlung effizient und gut verläuft."

   

Aussagen von Patienten

"Es ist wirklich schrecklich, wenn man mit einem solchen Übergewicht durchs Leben gehen muß: man fühlt sich nutzlos und ist manchmal einsam und unglücklich. Man neigt dazu, sich für sein Aussehen zu entschuldigen. Man traut sich nicht, irgend etwas zu essen, aus Angst, man bekommt sofort zu hören: "Du bist ja selbst schuld, Du ißt doch ständig". Abgesehen von den praktischen Problemen, mit denen man sich als Übergewichtiger konfrontiert sieht, wie z.B. zu kleine Sitze im Bus, Theater und Kino, oder die Probleme, passende Kleidung zu einem vernünftigen Preis zu finden, muß man sich auch gegen allerlei Vorurteile wehren: man gilt als schmutzig, faul, asozial und dumm. Außerdem muß man sich mit Beschimpfungen wie "Kuh", "Elefant" oder "Schwein" gefallen lassen. Und das sogar von den engsten Bekannten! Ich finde auch nur schwer Arbeit und habe Probleme Beziehungen aufzubauen. Die Menschen beurteilen andere nur nach dem Äußeren. Am schlimmsten ist für mich aber, daß die Menschen einen nicht ernst nehmen, so daß man sich am Ende völlig isoliert fühlt."

Aussage zur Magenbandoperation

"Der Vorteil des verstellbaren Magenband-Systems ist der, daß es außen um den Magen gelegt wird und die Operation im Prinzip rückgängig gemacht werden kann. Ich würde mich an keine andere Operation wagen, wie z.B. eine Magenverkleinerung mit Hilfe einer Klammernaht, weil dieser Eingriff endgültig ist und der Magen im Prinzip permanent beeinträchtigt ist. Sicherlich ist auch das verstellbare Magenband-System ein bleibender Eingriff, d.h. man "trägt" das Magenband für den Rest des Lebens, aber es ist ein beruhigender Gedanke, daß man es wieder entfernen lassen kann, wenn es medizinisch notwendig ist. Mit der verstellbare Magenband-System Methode kann man nicht viel essen, weil der kleine Magen es nicht zuläßt. Das bedeutet, daß man in verhältnismäßig kurzer Zeit eine Menge Gewicht verliert. Und das bedeutet auch, daß der Gewichtsverlust dauerhaft ist, im Gegensatz zu Diäten, bei denen man am Ende nur wieder zunimmt und dann sogar noch mehr wiegt als zuvor. Das war wirklich sehr frustrierend. Was mich angeht, so habe ich jetzt die Schlacht gegen meinen Körper und meine Einstellung gewonnen, und ich werde alles daran setzen, daß das auch so bleibt.

   

Koerpermasseindex-Tabelle

Ihr persönlicher body mass index (BMI)

BMI (body mass index): Kg/m²

Der normale BMI bewegt sich zwischen 20 und 25 Kg/m²

   

Schlußbemerkung

Diese Online-Information wurde mit Unterstützung von Patienten, die mit dem verstellbaren Magenband-System behandelt wurden und die sich wegen schwerer Adipositas in fachärztlicher Behandlung befinden, erstellt.

Aus dem Inhalt dieser Information leiten sich keinerlei Rechte ab.

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