"Laparoskopisches Gastric Banding" als Revisionsoperation nach fehlgeschlagenem "Laparoskopischem Gastric Banding"

Miller K.

 

Bandarosionen und Abszessbildung im Bandbereich führen in der Regel zum Verlust des verstellbaren Magenbandes und zu Gewichtszunahme. Die Magenbypassoperation wird bei diesen Patienten als "Standardoperation" angesehen und empfohlen.

 

Patienten die eine Magenbypassoperation ausdrücklich ablehnten wurden in eine kontrollierte prospektive Studie mit folgenden Kriterien aufgenommen aufgenommen: 1.) Bandarosion oder Abszess im Bandbereich 2.) Revisionsoperation wird primär laparoskopisch angestrebt 3.) Latenzzeit zwischen Bandentfernung und Revisionsoperation mindestens 3 Monate.

 

Im Zeitraum März 1999 und November 2002 wurden 5 Patienten (3 Bandarosionen, 2 Bandinfektionen) laparoskopisch revidiert. Alle Patienten erhielten wiederum ein verstellbares Magenband, nachdem sie eine Magenbypassoperation ablehnten. Die mittlere Nachbeobachtungszeit beträgt 14,3 +/- 4 Monate. Die Reoperationen und der postoperative Verlauf war bei den 5 Patienten unauffällig. BMI präoperativ 46,2 +/- 6,2,BMI zum Zeitpunkt der Komplikation 34,3 +/- 4,3,BMI bei der Letztuntersuchung 32,1 +/- 3,2.

 

Das verstellbare Magenband als Revisionseingriff ist technisch einfach und im Ergebnis vielversprechend. Grossangelegte Studien unter kontrollierten Bedingungen sind notwendig um die bei uns gemachten Einzelbeobachtungen zu bestätigen um die bisher in der Fachmeinung geforderte Magenbypassoperation als Revisionseingriff der Wahl zu relativieren.

 

 


 

Der synchrone laparoskopische Narbenhernienverschluss bei der Revisionsoperation nach vertikaler bandverstellbarer Gastroplastik

 

Miller K.

 

Die Reoperationsrate bei vertikaler bandverstärkter Gastroplastik wegen Komplikationen wie Staple line disruption, oder Narbenhernie wird in der Literatur bis zu 48% angegeben. Bei einer kombinierten Komplikation (Disruption und Narbenhernie) wird allgemein die Revision durch Laparotomie empfohlen.

 

An unserer Abteilung wurden seit September 1999 alle kombinierten Revisionsoperationen laparoskopisch angestrebt. Bei Vorliegen einer Narbenhernie wurde synchron im Anschluss an die Gastroplastikrevision die Narbenhernien mit Gore-Tex® Dual Mesh laparoskopisch angestrebt.

 

Zwischen Sept. 1999 und Nov. 2002 wurde bei 6 Patienten nach Gastroplastik und Narbenhernie eine synchrone laparoskopische Versorgung vorgenommen. Alle Patienten erhielten ein verstellbares Magenband, die Narbenhernie wurde mit Gore-Tex® Dual Mesh und Onlay Technik versorgt. Die verwendete Netzgrösse betrug im Mittel 15 x 12 cm. Bei einem Patienten musste auf einen konventionellen Narbenhernienverschluss „umgestiegen“ werden. Es wurde keine Infektion innerhalb von 14,3 +/- 4 Monate beobachtet.

 

Die Ergebnisse der prospektiven Untersuchung eines laparoskopischen Narbenhernienverschlusses  bei synchroner Revision im oberen Gastrointestinaltrakt ist aussichtsreich. Weitere Studien sollen die Sicherheit von laparoskopischen Revisionsoperationen in Kombination mit Narbenhernien bestätigen.

 


 

Restriktiver Eingriff bei morbider Adipositas. Neue Techniken vs. alte Qualitäten - prospektive Langzeituntersuchung an über 1000 Patienten

 

Miller K., Hell E.

 

Die vertikale bandverstärkte Gastroplastik (VBG) wird seit 1979 klinisch angewendet, das verstellbare Magenband (Adjustable Gastric Banding, AGB) seit 1985. Das Ziel dieser Studie war es, die beiden Methoden hinsichtlich der Resultate sowie der kurz- und langfristig auftretenden Komplikationen zu vergleichen.

 

Innerhalb von zehn Jahren (1992- 2002) wurden im Rahmen einer prospektiven, nicht randomisierten, vergleichenden Studie 1089 restriktive Magenoperationen durchgeführt. Zwei Chirurgen operierten in diesem Zeitraum insgesamt 563 VBG und 23 AGB durch Laparotomie und 503 laparoskopische AGB

 

In beiden Patientengruppen betrug der mittlere BMI 46 kg/m². Der durchschnittliche Beobachtungszeitraum betrug 68 Monate (zwischen 6 und 122 Monate). Kein signifikanter Unterschied in Gewichtsverlust, Reduktion der Co- Morbidität und Verbesserung der Lebensqualität wurde zwischen AGB und VBG festgestellt. Die Krankenhausletalität betrug insgesamt 0,3% (2 Patienten bei VBG, 1 Patient bei AGB). Die Reoperationsrate beträgt 15,67 % für VBG und 7% bei den AGB- Patienten (p<0,001)

 

Bei vergleichbarer perioperativer Komplikationsrate ist das AGB die geringere invasive aber auch reversible Operationsmethode ohne die Anatomie des Magens wesentlich zu beeinflussen.  Der Trend unter den restriktiven Eingriffen liegt auch Aufgrund der geringeren Reoperationsrate im Augenblick zugunsten des verstellbaren Magenbandes.